indio basar | Katharinengasse 8 | 97070 Würzburg | Tel./Fax: 0931 / 55960 | Brigitte Dobisch
indio basar
 
30 Jahre "indio basar" in Würzburg
30 Jahre "indio basar" in Würzburg
Die Frau ist eine Löwin, im Sternzeichen und so kräftig und selbstbewusst packt sie an, was ihr wichtig ist. Vor 30 Jahren war das die Gründung des "indio basar" in der Katharinengasse hinter dem Kaufhof. Brigitte Dobisch wollte damals fair gehandelte Handwerkskunst aus Südamerika nach Würzburg bringen. Das ist ihr gelungen: Der "indio basar" hat bereits...
  2005 Niger - Brigitte Dobisch sucht Schmuckstücke der Tuareg für den "indio basar" aus.
 
2005 Niger - Brigitte Dobisch sucht Schmuckstücke der Tuareg für den "indio basar" aus.

... mehrere Generationen übergreifende Stammkunden, die ethnische Mode und Schmuck aus aller Herren Ländern suchen.

Mohammed, ein junger Tuareg, steht vor dem mit Ringen, Karten, Info-Broschüren und schmucken Kleinigkeiten vollgepackten Verkaufstresen des „indio basar“. Er kommt aus Agadez im Niger, dem Zentrum der Tuareg. Mohammed spricht ein langsames Englisch, es geht um Lieferfristen und Preise für Lederwaren und Silberschmuck. Im Herbst 2005 bereiste Brigitte Dobisch vier Wochen lang den Niger, suchte Handelskontakte mit Handwerkerfamilien wie der von Mohammed.

Immer wieder ging die weltoffene Frau seit Bestehen des Ladens auf Reisen, bis zu dreimal im Jahr. Peru, Guatemala, Mexiko, Nepal, Thailand und von jeder Reise brachte sie neue Ideen für ihre Kunden mit.

Die persönlichen Begegnungen mit ihren Handelspartnern mündete immer wieder, wie nun auch im Niger, in ein soziales Engagement vor Ort. Seit letztem Jahr setzt sich die resolute Rimparerin für das Projekt einer „Nomadenschule“ für Tuareg-Kinder ein, das eine im letzten Jahr verstorbene Schweizer Freundin begründete. Die Regierung im Niger will die Tuareg durch den Schulzwang sesshaft machen. Mit der Nomadenschule kommt der Unterricht zu den umherziehenden Clans und ermöglicht so weiterhin das traditionelle Leben der Tuareg.

1987 Peru - Der Handwerker Gaillardo weiht Brigitte Dobisch in die Kunst des Wollfärbens ein.  
1987 Peru - Der Handwerker Gaillardo weiht Brigitte Dobisch in die Kunst des Wollfärbens ein.
 

Für ein Stück Gerechtigkeit und Wiedergutmachung an unterdrückten Minderheiten kämpft Brigitte Dobisch seit der Gründung ihres Ladens. Lange Jahre setzte sie sich für Indios am Atitlan-See ein, gründete 1991 den gleichnamigen Verein und schickte seither sieben Müllwagen und zwei Notarztwagen, vollgepackt mit Hilfsgütern für Krankenhäuser und Schulen, nach Guatemala. Auch die Diskriminierung der nordamerikanischen Indianer erlebte sie durch ihre direkten Kontakte zu den Navajos, Hopis und Zuni, von denen sie z.B. Silberschmuck und Traumfänger bezieht.

  1991 Guatemala - Indiofrauen lernen Brigitte Dobisch das traditionelle Weben.
 
1991 Guatemala - Indiofrauen lernen Brigitte Dobisch das traditionelle Weben.

Zum 30-jährigen Jubiläum ihres ungewöhnlichen Ladens zaubert Brigitte Dobisch mit einer Ausstellung des indianischen Malers R.C. Gorman Galerieatmosphäre auf 30 Quadratmetern. Eine Art Rückbesinnung auf die „indianischen Wurzeln“ des „indio basar“.

Und Mohammeds Familie steuert Tuareg-Kreuze, Schmuck und“Grigri“-Glücksbringer aus Silber und Ebenholz bei. Mohammed fuhr am Abend zufrieden weiter zu Verwandten nach Paris, denn Brigitte Dobisch zahlte ihm schließlich den gesamten Preis für die Kommissionsware im Voraus. „Mit den stolzen Tuareg sollte man gar nicht erst versuchen zu feilschen“, meint die Unternehmerin mit der sozialen Leidenschaft lachend, und irgendwie ist sie mit dieser Lösung auch zufrieden.

Eva-Maria Kess

 

 
www.indiobasar.de | copyright 2006 | Brigitte Dobisch