| indio basar | Katharinengasse 8 | 97070 Würzburg | Tel./Fax: 0931 / 55960 | Brigitte Dobisch |

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... mehrere Generationen übergreifende Stammkunden, die ethnische
Mode und Schmuck aus aller Herren Ländern suchen. Mohammed, ein junger Tuareg, steht vor dem mit Ringen, Karten, Info-Broschüren und schmucken Kleinigkeiten vollgepackten Verkaufstresen des „indio basar“. Er kommt aus Agadez im Niger, dem Zentrum der Tuareg. Mohammed spricht ein langsames Englisch, es geht um Lieferfristen und Preise für Lederwaren und Silberschmuck. Im Herbst 2005 bereiste Brigitte Dobisch vier Wochen lang den Niger, suchte Handelskontakte mit Handwerkerfamilien wie der von Mohammed. Immer wieder ging die weltoffene Frau seit Bestehen des Ladens auf Reisen, bis zu dreimal im Jahr. Peru, Guatemala, Mexiko, Nepal, Thailand und von jeder Reise brachte sie neue Ideen für ihre Kunden mit. Die persönlichen Begegnungen mit ihren Handelspartnern mündete
immer wieder, wie nun auch im Niger, in ein soziales Engagement vor
Ort. Seit letztem Jahr setzt sich die resolute Rimparerin für das
Projekt einer „Nomadenschule“ für Tuareg-Kinder ein,
das eine im letzten Jahr verstorbene Schweizer Freundin begründete.
Die Regierung im Niger will die Tuareg durch den Schulzwang sesshaft
machen. Mit der Nomadenschule kommt der Unterricht zu den umherziehenden
Clans und ermöglicht so weiterhin das traditionelle Leben der Tuareg.
Für ein Stück Gerechtigkeit und Wiedergutmachung an unterdrückten
Minderheiten kämpft Brigitte Dobisch seit der Gründung ihres
Ladens. Lange Jahre setzte sie sich für Indios am Atitlan-See ein,
gründete 1991 den gleichnamigen Verein und schickte seither sieben
Müllwagen und zwei Notarztwagen, vollgepackt mit Hilfsgütern
für Krankenhäuser und Schulen, nach Guatemala. Auch die Diskriminierung
der nordamerikanischen Indianer erlebte sie durch ihre direkten Kontakte
zu den Navajos, Hopis und Zuni, von denen sie z.B. Silberschmuck und
Traumfänger bezieht.
Zum 30-jährigen Jubiläum ihres ungewöhnlichen Ladens
zaubert Brigitte Dobisch mit einer Ausstellung des indianischen Malers
R.C. Gorman Galerieatmosphäre auf 30 Quadratmetern. Eine Art Rückbesinnung
auf die „indianischen Wurzeln“ des „indio basar“. Und Mohammeds Familie steuert Tuareg-Kreuze, Schmuck und“Grigri“-Glücksbringer
aus Silber und Ebenholz bei. Mohammed fuhr am Abend zufrieden weiter
zu Verwandten nach Paris, denn Brigitte Dobisch zahlte ihm schließlich
den gesamten Preis für die Kommissionsware im Voraus. „Mit
den stolzen Tuareg sollte man gar nicht erst versuchen zu feilschen“,
meint die Unternehmerin mit der sozialen Leidenschaft lachend, und irgendwie
ist sie mit dieser Lösung auch zufrieden. Eva-Maria Kess
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www.indiobasar.de | copyright 2006 | Brigitte Dobisch |