| indio basar | Katharinengasse 8 | 97070 Würzburg | Tel./Fax: 0931 / 55960 | Brigitte Dobisch |

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... unterwegs und suchte dort eine ganze Reihe alter Webkleidung aus
Hanf und Ikatseide zusammen. Durch diese Arbeit bekam Brigitte Dobisch
einen tiefen Einblick in die fremde Kultur. Die längste Zeit verbrachten
sie im nördlichen Thailand an der Grenze zu Birma. Hier beobachteten
sie die Frauen und Mädchen bei der Verarbeitung des Hanfes, dem
Spinnen und Weben. Das Weben des Fadens erfolgt auf einem Trittwebstuhl. An der Grenze zu Laos ließen die beiden Frauen Ikatseidenstoffe weben. In Bangkok entwarf die Modedesignerin neue Modelle und ließ diese dann wieder in den Bergdörfern nähen. Es entstanden neue Stücke in Verbindung mit traditioneller Bekleidung. Einige dieser Modelle sind im indio basar in Würzburg in der Katharinengasse erhältlich.
Seit Jahren kämpft der Hanf gegen Vorurteile. Weil die im Hanfharz
enthaltenen Stoffe berauschend wirken, wurde der Hanfanbau in vielen
westlichen Ländern verboten. Doch trotz seines schlechten Rufes
könnte er eine der nützlichsten Pflanzen der Welt sein. Als einer der am schnellsten nachwachsenden Rohstoffe, schafft der
Hanf bis zu vier Metern Höhe in knapp hundert Tagen. Hanf ist ein
richtiger Papier- und Stofflieferant. Da man aus einem Hektar Hanf circa
viermal mehr Papier als aus einem Hektar Wald gewinnt, lässt jede
Tonne Hanfpapier zwölf Bäume weiterleben. Außerdem lässt
sich Hanf mit wesentlich weniger Chemikalien zu besserem und längerlebiegem
Papier verarbeiten. So wurde die Gutenbergbibel beispielweise auf Hanfpapier
gedruckt. Doch nicht nur Papier kann aus Hanf entstehen. Die Pflanze kann in
nahezu jedem Klima und auf jedem Boden angebaut werden. Nach einer amerikanischen
Studie könnten nur mit dem Rohstoff Hanf über 50 000 verschiede
Produkte hergestellt werden – vom Auto über Computergehäuse
bis zu Textilfasern. Hanf ist die kräftigste und haltbarste natürliche
Weichfaser auf unserem Planeten. Aus ihr wurden jahrtausendelang bis
zu 80 Prozent aller Textilien hergestellt. Sie ist weicher, wärmer
und saugfähiger als Baumwolle und nicht umsonst bestanden die Jeans
des Mr. Levy aus Hanfleinen. Da es aber auch Hanfsorten gibt, die so
gut wie keine berauschenden Substanzen enthalten, kann der Hanf möglicherweise
ein Comeback schaffen. Die Aussichten sind nicht übel, obwohl,
wenn heute über Hanf gesprochen wird, stets das „Rauschgift“,
selten aber die Nutzpflanze im Zentrum steht. Prima-Sonntag (clap/mf)
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