indio basar | Katharinengasse 8 | 97070 Würzburg | Tel./Fax: 0931 / 55960 | Brigitte Dobisch
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Original Turkmenischer Schmuck
Original Turkmenischer Schmuck
Der turkmenische Schmuck ist nicht nur ein Zeichen materiellen Reichtums und äußerlicher Pracht, er befriedigt nicht nur den menschlichen Schönheitssinn oder die Eitelkeit! Er ist ein System sozialer und ethnischer Kennzeichnung und gleichzeitig Abbild der Beziehung der Menschen untereinander.

Turkmenien liegt zwischen dem Kaspischen Meer und dem Hindukusch und grenzt damit an Afghanistan und den Iran.
Die Turkmenen leben als Minderheit auch in angrenzenden Sowjetrepubliken.
Die Gesamtzahl der Turkmenen wird auf ca. 2 Millionen geschätzt.

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Es gibt sieben große turkmenische Stämme:

  • Salir: (auch Salor oder Salyr geschrieben) ist der älteste und vornehmste Stamm
  • Teke: sie sind  aus der Stammesgruppe Salir hervorgegangen und  heute der größte Stamm
  • Sarik: ebenfalls aus Salir entstanden
  • Weitere: Yomut – Ersari – Tschandir – Gökleng – Nochirli
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Die Schmuckforschung und Untersuchung des turkmenischen Schmucks steht noch am Anfang, da beim Verkauf der Schmuckstücke nur wenige Informationen vom Ursprungsland mitgekommen sind. Die vorhandene Literatur lässt noch viele Fragen offen, dafür können mehrere Gründe aufgeführt werden wie z.B., dass die frühen Reisenden fast ausschließlich Männer waren, die die Frauen nur bei längeren  Aufenthalten und auch da nur selten zu Gesicht  bekamen.

Während turkmenische Teppiche seit einem  Jahrhundert bekannt sind, blieb der turkmenische Schmuck, da er nicht kommerzialisiert wurde,  relativ unbekannt!


In Deutschland ist Turkmenischer Schmuck erst vor ca. 15 Jahren im Handel erschienen!


Die Schmuckgeschichte des zentralasiatischen Volkes droht zu verfallen! Die offenen Fragen betreffen in erster Linie die Zuordnung  zu den einzelnen Gruppen der Turkmenen, die Altersbestimmung, die Entwicklungsgeschichte, sowie die Herkunft und die Bedeutung der Formen und Motive.

Die Fragen die sich stellen, lauten im Einzelnen:

  • Wer trug den Silberschmuck?
  • Wann und zu welchen Anlässen, wurde er getragen? (Ornamentik und Symbolik)
  • Wie viel Schmuck trug eine Frau?
  • Welches waren die Funktionen,  auch im Hinblick auf die Gemeinschaft?
  • Wie war die Trageweise der Schmuckstücke?
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Besonders stark ist der Silberschmuck der Turkmenen aus dem Iran und Afghanistan vertreten. Die auf der Brust getragenen  Amulette  sind Silberskulpturen, die Würde ausstrahlen. Die Trägerin war damit kostbar geschmückt und gleichzeitig vor feindlichen Kräften geschützt. Ruhe und Erhabenheit strahlen diese Amulette aus und die Geräusche der Kettchen mit ihren Kugelglocken verkünden zugleich Lebensfreude. Kreis, Dreieck und Raute sind die Grundformen des Brustschmucks. Karneole betonen die Mitte und geben dem Schmuck erhöhten Sinn. Durchbrochene Schmuckplatten überraschen durch das spannungsvolle Spiel zwischen Silberblech und feuervergoldeten Hintergrundformen.


Der Schmuck hat einen Mitteilungscharakter und ist damit eine Sprache im ganz wörtlichen Sinn.


Herzformen mit ihren oft eindrucksvollen Umrissen sind für den Rücken der Frauen geschaffen.- Es findet sich kaum ein Volk, das solch einen ausgeprägten Schmuck für den Rücken der Frauen geschaffen hat. Die turkmenische Kleidung  kennt an sich keine Knöpfe, weshalb der Kragen des Kleides mit einem Band verschlossen wird – oder – mit einem broschenartigen Schmuckstück (Kragenknopf). Als unentbehrlich gelten vor allem die Amulette, die den bösen Blick und die Geister bannen sollen und bei denen sich das Schutzbedürfnis mehr geltend macht als das Schmuckbedürfnis.

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Der Schmuck hat einen Mitteilungscharakter und ist damit eine Sprache im ganz wörtlichen Sinn. Er gehört zu den Menschen wie Sprache, Kunst und Religion. So lässt sich am Silberschmuck deutlich ablesen, dass die Menschen in den Oasen in einer gewissen Isolation lebten und einen ausgeprägten, eigenen Stil entwickelten.

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Beim Schmuck, der im Wesentlichen von sesshaften Silberschmieden, genannt Tschomur, hergestellt wurde, ist die islamische Ornamenttradition unübersehbar. Ein großer Teil der Turkmenen lebt auch heute noch als Nomaden, genannt –Tschorva, die mit ihren Schafen und Kamelen durch die spärlich bewachsene Steppe und Wüste ziehen.


Der Käufer und Sammler wird so zum Interpreten, der die Schmuckstücke wieder zum Sprechen bringt.


Der turkmenische Schmuck ist nicht nur ein Zeichen materiellen Reichtums und äußerlicher Pracht, er befriedigt nicht nur den menschlichen Schönheitssinn oder die Eitelkeit! Er ist ein System sozialer und ethnischer Kennzeichnung und gleichzeitig Abbild der Beziehung der Menschen untereinander.

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Der Käufer ist also nicht nur Besitzer, sondern Erbe und dies bringt die Verpflichtung mit sich, diesen  wunderschönen Schmuck auch für zukünftige Generationen zu bewahren. Es ist deshalb ein Unding, nach eigenem Geschmack „Verschönerungen“ vorzunehmen, etwa durch Austausch der Ketten oder Glassteine. Niemand kommt doch auf die Idee, in Rembrandt-Bildern, Farben und Figuren zu verändern, nur weil es ihm dann so besser gefällt.

Der interessierte Sammler sollte die Gründe suchen, warum bestimmte Schmuckstücke Glassteine, statt der sonst üblichen Karneole haben. Dieses Fragen kann den Liebhaber in die Richtung der Wissenschaft führen. Die durch bittere Not erzwungenen Umstände des Verkaufs (Dürre in den siebziger Jahren) erlaubten keine Weitergabe von Informationen. Der Käufer und Sammler wird so zum Interpreten, der die Schmuckstücke wieder zum Sprechen bringt.

Quelle der Texte: Hermann Rudolph, Der Turkmenenschmuck. Stuttgart und London, 1984.
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Seite „Turkmenen“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 10. Januar 2010, 18:05 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Turkmenen&oldid=69115393 (Abgerufen: 13. Februar 2010, 14:04 UTC)
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Die Turkmenen: Seit Jahrhunderten im Nordirak beheimatet, Max Schmidt
http://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id=1074
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Joshua Project - Turkmen Ethnic People in all Countries http://www.joshuaproject.net/peoples.php?rop3=110306
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Die Turkmenen - Eine Kultur zentralasiatischer Reiternomaden
http://www.lindenmuseum.de/inhalt/dauerob/orient/turkmen2.html
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